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  claudia gamine sabotage

visions 02/2006

 


Gamine - Sabotage

Dass das mit Gamine und mir überhaupt was werden sollte, mag mir auf den ersten Blick als ziemlich unwahrscheinlich gegolten haben, thinking of bandeigenes Parfüm oder auch die Online-Tagebücher von Chanteuse und Ex-Model Claudia Labadie (aka Barton), wo die Hübsche sich Gedanken macht… etwa über: if I had all the money in the world, whom would I choose to decorate my house/palace? Andererseits hat ein bisschen Dekadenz im Pop noch nie geschadet, zumal das Projekt sich eindeutig als bohemisches Gesamtkunstwerk versteht. Gamine erobern mit glamouröser Geste und feinstem Barjazz / Chanson. Feinstem: Piano und weiblicher Gesang, stilistisch deutlich im Paris der 50er-Jahre angesiedelt. Labadies Stimme kräuselt sich sanft und verloren wie der Rauch ihrer Zigarette, die gesamte Szenerie taucht in gedämpftem schwarz-weiß. Sabotage ist ein Musik gewordener Film Noir, ohne im Klischee aufzuweichen. Sanft, nicht flauschig, aber immer très francais. Gamine treffen so eine Stimmung, die immer wieder in Sabotage hineinzieht, auch wenn Claudia und Ian oftmals nur die Untermalung zu wehmütigen Erinnerungen perlen lassen. Ich werd mich dann dazugesellen, zu den traurigen Gestalten, allein und abgerissen, vergessen und verbraucht, wie sie vor halbleeren Gläsern am ganz leeren Tresen sitzen, mir den Trenchcoat enger ziehen und den Hut ins Gesicht und schweigen. Bonjour, tristesse aimée.

Geschrieben von Steffen Greiner: 1. März 2006

http://www.echoes-online.de/blog/index.php?/archives/285-Gamine-Sabotage.html

 

 

Gamine mit Sabotage

So-called Barjazz. Französischer Chanson in überwiegend englischer Sprache. Für die PuristInnen unter uns, und die TraumtänzerInnen. Wie ein Film noir in Tönen. Unendlich schön!!!

Gleich bei den ersten Klängen der Klaviersaiten wird man in eine andere Zeit transportiert. In Schwarz-Weiß-Aufnahmen sieht man sich plötzlich am Seine-Ufer entlanggehen, in Begleitung von Rita Hayworth und Audrey Hepburn. Gemeinsam trinkt man dann einen schweren Rotwein am Champs-Elysées und lässt sich treiben. Das ist schön! Den Tag an sich vorbeiziehen lassen, wehmütig in den Sonnenuntergang hineinblicken. Das alles können Sie mit Gamine erleben!

Gamine, das kommt – natürlich – aus dem Französischen, und bedeutet das kleine Mädchen. Wie passend! Es handelt sich dabei um ein Duo, bestehend aus der Französin Claudia Labadie, ehemals Barton, und dem Briten Ian Williams. Erstere ist Model und Stimmgeberin, letzterer Pianist und Songwriter. Während Claudia zwischen Paris und London hin- und herjettet, um den Modedesigner John Galliano (Christian Dior) bei seiner neuesten Kollektion zu unterstützen, bastelt Ian an einem neuen Album. Denn das Debütalbum Sabotage – aufgenommen in einem Château im Herzen Frankreichs – erschien bereits Anfang 2004 auf dem bandeigenen Label Slaughterback und wurde im Februar 2006, um drei Stücke erweitert, bei dem Label City Slang erneut veröffentlicht.

Die Lieder sind durchgängig in Englisch gesungen, eine kleine Perle ("Oh, mon Chéri!") auch in Französisch. Aber die Sprache spielt eigentlich keine Rolle, da der Inhalt durch die elfengleiche Stimme Claudias und dem minimalistischen Klavierspiel Ians (stellenweise vom - ach, so Paris typischen - Akkordeon begleitet) transportiert wird. Sie können ruhig Ihren CD-Player auf Repeat stellen, da man eigentlich nicht will, dass diese Musik zu Ende geht. In dieser Dauerschleife erleben Sie dann die schönsten Momente. Garantiert!

Sehr liebevoll ist auch die CD-Hülle gestaltet. Sie ist zwar nicht in Schwarz-Weiß, wie die evozierten Bilder, aber in Rot-Weiß gehalten. Dadurch wird die amouröse Aussage der CD noch mehr verstärkt. Form und Inhalt passen also perfekt zusammen.

Und weil es der Sängerin nicht genügt nur zu singen, schreibt sie unter Claudia`s archive auf der Website der Band eine Art Tagebuch. Zu guter Letzt kann man sich dann auch noch das bandeigene Parfüm auf dem Körper zerstäuben. Aber ehrlich gesagt: Die Musik ist vollkommen ausreichend.

Für alle, die ein Faible für Rotwein und sanfte Töne und Paris haben! Rauchen Sie beherzt ein Päckchen Gauloises dazu, es wird schon gut gehen! Wenn Sie im Internet zu Gamine surfen, dann finden Sie solch Zuschreibungen wie: "Wish this record was a country so I’d move there. It’s an era, a period, enjoyed by people like Hemingway and Gertrude Stein." Ja, da muss man hin. Und Gertrude Stein wollten wir doch alle schon immer mal kennen lernen! Oder etwa nicht?

Weiterhören: Carla Bruni und Victor Lazlo.

AVIVA-Tipp: Tun Sie es – buchen Sie den nächsten Flieger nach Paris, mit der CD von Gamine im Gepäck, und wandeln Sie an der Seine entlang. Garantiert werden Sie Rita Hayworth & Co begegnen. Dies wird der schönste Urlaub Ihres Jahres!

Silvy Pommerenke: AVIVA-BERLIN.de im Mai 2006

http://www.aviva-berlin.de/aviva/content_music_CDs.php?id=8078

 

 

Gamine - Sabotage

Das Herz von Gamine bilden Sängerin Claudia Barton und Pianist Ian Williams. Um die beiden scharen sich live bis zu sechs weitere Musiker.

"Sabotage" wurde in seiner Urfassung bereits 2004 in Frankreich aufgenommen und auf dem eigenen Label der Band in Großbritannien veröffentlicht. Nach reichlich Lob in der Heimat wird die CD nun in um drei Songs und ein Video erweiterter Form auch dem Rest der Welt zugänglich gemacht.

"Sabotage" nahm man wohl nicht ohne Grund in Frankreich auf, denn das erste Attribut, das sich einem zur Charakterisierung der Grundstimmung aufdrängt, ist "französisch". Ein steter Hauch von Café-Existenzialismus weht durch die Piano-Balladen über die Claudia Barton ihren zwischen Kindfrau und Femme Fatale pendelnden Gesang legt. Weitere Instrumente tauchen nur spärlich als musikalische Farbtupfer auf.

Für Freunde gepflegter Melancholie und zur Vertiefung vorhandener Winterdepression ein Volltreffer. Sonst, trotz hoher Qualität, nur in kleinen Dosen empfehlenswert.

Veröffentlichungsdatum: 10.02.

stuttgarter zeitung 10/02/2006

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1086461?_seite=5

 

 

Gamine - Sabotage

Bittersüß
Es macht einfach „klick“. Im Hirn legt sich ein Schalter um. Er sendet sofort nach ein paar Sekunden Musik des Albums „Sabotage“: Vorsicht, könnte genial und einzigartig sein!“.
Dabei ist es nicht so, dass Claudia Barton and Ian Williams alias Gamine Neuartiges präsentieren oder Revoluzzer wären. Ganz im Gegenteil. Die Londoner gehen fast altmodisch ran.

Sind zu Hause in der Welt des melodramatischen Chansons, in immer grauen Pianoklängen, die jedem „Film Noir“ wunderbar zu Gesicht stünden.
Die Art der beiden macht das Album allerdings unnachahmlich. Intim arrangieren sie die Songs, Stimme und Piano ist eines, dennoch stets getrennt voneinander zu hören. Man kann die Augen schließen, Claudia Bartons Stimme nachhängen und alles vergessen.
Ein romantisches Album, oft auch morbid, melancholisch, verträumt und defätistisch. Aber im Grunde herzensgut.

music outlook 03/02/2006

http://www.musicoutlook.de/index.php?id=56&backPID=56&tt_news=2202

 

 

 

Gamine - Sabotage

7.5/10

Künstler:   Gamine

Kritik:  Die Französin Claudia Barton (Gesang) und der Engländer Ian Williams (Piano) bilden das Herzstück der Band Gamine, die mindestens noch ein halbes Dutzend weiterer Musiker um sich schart. Gemeinsam machen die Damen und Herren schwebend leichten Barjazz mit Chansoncharakter. Ihr Debütalbum „Sabotage“ – aufgenommen in einem Chateau in Frankreich – erschien im Februar 2003 auf dem bandeigenen Label Slaughterback und erhielt in England hervorragende Presse. Robin Proper-Sheppard, Mastermind der Band Sophia und Plattenlabel-Boss von Flower Shop Records (Elevate, Copenhagen, The Chap, The May Queens) hörte die Platte und schloss mit Gamine einen weltweiten Vertriebsdeal.

Das Album wurde für die Neuveröffentlichung um drei Songs und einen Kurzfilm („Oh, Mon Chéri!“) erweitert und steht ab Mitte Februar in den Regalen. Es besteht aus 12 Pianoballaden (plus einem Remix), bei denen andere Instrumente nur wenig Chancen haben. Hier und da hört man eine Trompete, ein leises Schlagzeug oder eine Violine, das war’s dann aber auch schon. Claudia Barton singt im Stile einer Chanteuse mit kindlicher Stimme über Beziehungen, Stimmungen und Erinnerungen. Das ist vor allem melancholisch und mitunter auch düster und deshalb nichts für depressive Menschen.

Irgendwie meint man ständig, es handele sich bei „Sabotage“ um den Soundtrack eines Film-Noir-Klassikers, der erst jetzt aufgetaucht ist. Die Musik ist atmosphärisch dicht und arbeitet sich scheinbar durch einen imaginären Schleier aus Zigarettenqualm und dem Klirren von Gläsern in einer Lounge Bar. Bittersüße Melodien erfüllen den Raum und nehmen den Hörer mit in eine andere Welt, wie in einem Rausch nach einem guten, aber schweren Rotwein.

Anspieltipps:

Blue it is
A good hand
Street in Manhattan
Oh, what a kiss! (Remix)

Autor: Matthias Reichel

cdstarts 02/2006

http://www.cdstarts.de/kritiken/Gamine%20-%20Sabotage.html

 


Gamine - Sabotage

Pop mit viel Rauch und Chanteuse

"Sabotage" ist ein Album voller akustischer und optischer Täuschungen. Oder anders gesagt: Etwas Hübsches hat man so lange in noch hübschere Verpackungen gesteckt, bis man sich gar nicht mehr erinnert, was eigentlich drin ist. 'In Schönheit sterben' prangt in großen Lettern über den 14 Songs, die Pianist Ian Williams und Sängerin Claudia Labadie als Gamine präsentieren. Zauberhaft abgerundet mit Streichern, Akkordeon und akzentuierten Bläsereinsätzen kreieren Gamine auf Knopfdruck rauchig verruchtes Bar-Ambiente und drehen bei Bedarf am 'Chanson-Regler' oder drücken die 'Rehaugen-Taste'. Das Ganze funktioniert wunderbar. Egal ob sanft hauchend oder zupackend: Claudia Labadie lullt den Zuhörer wohlig ein, der sich aufgrund der hingestreuten Klavierthemen direkt in eine Jazzkneipe versetzt fühlt und ohne schlechtes Gewissen überhört, dass die Songs eine frappierende Ähnlichkeit besitzen. Und hier liegt das kleine, eingangs geschilderte Problem von "Sabotage": Zieht man den perfekten Klang, das Ambiente und die Verführungskünste der Sängerin ab, fällt auf, dass sich die Songs doch deutlich größer machen als sie sind. Es fehlen die bewegenden, großen Momente, die sich in Herz und Seele einbrennen und aus diesem Album mehr machen als ein großes Watteschloss. Bis dahin liegt man aber wunderbar weich. [dmm: @@@]

der schallplattenmann 02/2006

http://www.schallplattenmann.de/newsletter-html.html

 


 

Gamine - Sabotage

A classic melodramatic moment

Claudia Barton and Ian Williams leben in ihrer Londoner Traumwelt aus "Charity Shop Glamour" und den bunten Lichtern des nächtlichen Soho. Würde man die beiden jedoch ausschließlich nach ihrer Musik beurteilen, so würde man sie wohl eher im Paris der sechziger Jahre vermuten denn ihr Debüt-Album "Sabotage", klingt wie der verschollene Soundtrack eines "Film Noir" Klassikers anno 1961.

Williams schafft mit seinem melodramatischen Pianospiel den optimalen Rahmen um Claudia Bartons eindrucksvolle Stimme in Szene zu setzen. Manchmal klingt es etwas nach Goldfrapp ein anderes Mal wie Tindersticks und ab und an auch wie St. Etienne! Dennoch wäre es schlichtweg falsch dem Album seine Individualität abzusprechen, indem man es mit oben genannten vergleicht. Sabotage ist ein großes Album, das vermutlich erst nach mehrmaligen Anhören die versteckte Genialität seiner monochromen Romantik entfaltet. Messerscharf, bittersüß und gefährlich!

Thomas Schulze - Popular Music Best-Of-Lists List, May 2003

http://home.rhein-zeitung.de/~tommi.s/soundcheck.htm#92

 


Gamine - Sabotage

Die fabelhafte Welt der femme fatale

Der Entschluss, sich auf einem wackeligen Barhocker in einer finsteren Bar, in der man der einzige Gast sein wird, zu Tode zu trinken. Ein Märchen ohne Happy End. Ein Theaterstück im letzten, sich dramatisch zuspitzenden Akt. Lauter beweglose Schausteller säumen den Bühnenrand. Die Hauptprotagonisten beschwören sich hinter vorgehaltener Hand. Eine helle, raunende Stimme tänzelt auf den Zehenspitzen mit dem Klimpern eines Klaviers über knarrende Dielen, höher und höher.

Ein Akkordeon unterstützt die rasanten Tempowechsel, während das Klavier deutliche Akzente setzt. Oh, Mon Chéri, ein französischer Chanson setzt ein.
Sabotage von Gamine (das sind Chanteuse Claudia Barton und Pianist Ian Williams), das erstmals bereits 2004 über ihr eigenes Label Slaughterback erschien, ist sehr hübsche, sehr ruhige Musik. Magnifique!
Aber auf diese Dauer leider allzu abwechslungsarm, ohne Ausschweifungen, ohne Ausbrüche. Höchstens der Remix zu Oh, What A Kiss fällt stärker instrumentiert sehr angenehm anders aus dem Rahmen.

Amélie taumelt. Ein Straucheln auf der Bühne, ein Rudern mit den Armen. Ein Schritt zu nah am Bühnenrand. Die fabelhafte Welt gerät aus den Fugen.

Autor: Nina Heitele 02/2006

http://www.alternativenation.de/reviews/index.asp?thema=Gamine&titel=Sabotage